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Boigraphie von Herrn August Ellegast, aus Bodmann Ludwigshafen BW Teil I-3
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Senioren im Straßenverkehr - eine rollende Gefahr?
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Gefährden Senioren am Steuer tatsächlich unsere Straßen? Immer wieder machen Unfälle Schlagzeilen, in die ältere Autofahrer verwickelt sind. Schnell wird da die Forderung laut, regelmäßige Fahrtauglichkeits-Untersuchungen für alle Führerscheininhaber ab 60 zur Pflicht zu machen. Falls das Reaktionsvermögen zu schlecht ist und die Gesundheit nicht mehr mitspielt, dann sollen diese Senioren ihren Führerschein abgeben müssen.
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Es passiert immer wieder: Tödliche Verkehrunfälle, weil alte Menschen in die falsche Richtung auf die Autobahn auffahren oder stundenlang auf Schnellstraßen umherirren bis sie am Ende ihrer Kräfte sind. Senioren im Straßenverkehr - eine rollende Gefahr? Fakt ist: Im Alter lässt die Sehkraft nach, das Gehör wird schlechter, die Beweglichkeit ist eingeschränkt.
- Hans-Jürgen Gebhardt, Anwalt: „Naturgemäß verschlechtert sich der Allgemeinzustand im Alter. Und diese Defizite bergen dann ein höheres Unfallrisiko, besonders wegen der meist schlechteren Reaktionszeiten.“
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Im Straßenverkehr schnell und richtig zu reagieren, kann Leben retten. Aktuelle Crash-Tests der Dekra bestätigen dies. Im Versuch fahren zwei PKW mit je 60 Stundenkilometer auf zwei stehende Fahrzeuge zu. Ein PKW wird 0,5 Sekunden früher abgebremst. Das Resultat ist eindeutig: Das Fahrzeug, das später abgebremst wird, weist eine doppelt so hohe Geschwindigkeit auf wie der abgebremste Wagen, und damit eine vierfache Aufprallenergie!
- Jörg Ahlgrimm, Dekra-Unfallanalytiker: „Schwere Kopf-, Rücken- und Halswirbelsäulenverletzungen wären hier die Folge gewesen. Unfälle geschehen häufig, weil zu spät gebremst wird oder nicht kräftig genug gebremst wird. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass bei 0,5 Sekunden früherer Bremsreaktion eine große Anzahl von Unfällen vermieden werden kann.“
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Doch trotz schlechterer Reaktionszeiten und körperlicher Gebrechen nehmen viele ältere Autofahrer am Verkehr teil.
- Dr. Wolfram Hell, Institut Rechtsmedizin Universität München: „Mir ist folgender Fall bekannt: Ein älteres Ehepaar ist zusammen Auto gefahren. Er hatte starke Probleme zu hören und zu sehen, aber weil sie keinen Führerschein hatte, musste er fahren. Seine Frau gab ihm im Straßenverkehr dann die entsprechenden Hinweise. Am Ende hat das unvermeidlich zu einem Unfall geführt.“
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„Recht brisant“ macht die Probe aufs Exempel und bittet ältere und jüngere Menschen in einer Fußgängerzone zum Reaktionstest. Das Ergebnis: Im Schnitt reagieren die älteren Testkandidaten deutlich später als die jüngeren - Sekundenbruchteile, die über Leben und Tod entscheiden können.
- Johannes Hübner, AvD: „Alle Menschen verändern sich mit zunehmendem Alter in Richtung Verschlechterung hin. Nur ist das nicht unbedingt ein Grund nun gleich zu sagen, dass sie auch die schlechteren Verkehrsteilnehmer sind. Schlechtere Reaktionszeiten werden durch jahrelange Erfahrung und beispielsweise größeren Sicherheitsabstand und Voraussicht kompensiert.“
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Sowohl die Politik als auch die großen Automobilclubs sind deswegen gegen die Einführung gesetzlich vorgeschriebener „Gesundheitstests“ für Senioren, wie sie in anderen EU-Ländern längst Vorschrift sind.
- Klaus Reindl, ADAC: „Bei uns gibt es andere rechtliche Voraussetzungen, wir legen mehr Wert auf Eigenverantwortung. Jeder Autofahrer sollte sich selbst zum Arzt begeben, sich regelmäßig durchchecken lassen, prüfen, ob er gesundheitlich noch in der Lage ist, aktiv in einem Fahrzeug unterwegs zu sein.“
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Kritiker bemängeln, dass wohl nur wenige Autofahrer freiwillig auf ihre Mobilität verzichten würden. Versicherungen setzen sich deswegen auch für die Weiterentwicklung und Verbreitung technischer Hilfssysteme ein. ESP und ABS, Abstandsregelsysteme und Bremsassistenten sollen nach Ansicht von Experten Pflicht werden und in Zukunft Unfälle verhindern - und so Leben retten.
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